Heidesieben feiert ersten Saisonsieg – Krimi in der Schlussphase
Am vergangenen Samstag gastierte mit dem SV Langenweddingen der starke Aufsteiger aus der Börde in der Gräfenhainicher Lindenhölle. Für unsere TuS war die Marschroute klar: Nach drei sieglosen Spielen zum Saisonauftakt sollte endlich der erste Sieg her. Vor gut gefüllten Rängen, unter denen sich auch einige mitgereiste Langenweddinger Anhänger befanden, ging es pünktlich um 18:00 Uhr in die Partie.
Radis erarbeitet sich eine Führung
Der erste Angriff gehörte den Gästen, doch nach zwei Fehlwürfen des SVL war es Lucas Hanke, der den ersten Treffer des Abends zur 1:0-Führung für die Heidesieben erzielte. Langenweddingen konnte zunächst ausgleichen, ehe Michael Günther und Felix Apfelbaum auf 3:1 stellten.
Die Gäste versuchten immer wieder, über Eins-gegen-eins-Situationen Lücken im Radiser Abwehrverbund zu finden. Doch die Defensive stand in der Anfangsviertelstunde sattelfest und auch Alexander Faust im Tor erwischte einen guten Tag. Offensiv ließ die TuS allerdings erneut zu viele Chancen liegen. Auch der Langenweddinger Schlussmann konnte sich mit einigen sehenswerten Paraden auszeichnen.
Das 5:5 nach 14 Minuten und das 8:8 nach 19 Minuten spiegelten die ausbaufähige Chancenverwertung auf beiden Seiten wider. In den letzten zehn Minuten des ersten Durchgangs berappelte sich Radis jedoch und legte mit einem 3:0-Lauf durch Willem Täuber, Tim Düresch und Eugen Johannes auf 11:8 vor. Der SVL ließ sich davon allerdings nicht abschütteln und hielt den Rückstand bis zur Pause beim 14:12 in Grenzen.
Die Heidesieben zeigte eine ordentliche erste Halbzeit, verpasste es jedoch, sich einen komfortableren Vorsprung herauszuspielen. Langenweddingen rieb sich immer wieder an der guten Radiser Defensive auf, fand durch lange vorgetragene Angriffe aber dennoch Lücken zum Torerfolg.

Traumstart nach der Pause
Für den zweiten Durchgang war die Devise klar: Die ausgelassenen Chancen aus der ersten Hälfte sollten nun konsequenter genutzt und der Vorsprung weiter ausgebaut werden.
Und die Heidesieben legte los wie die Feuerwehr! Innerhalb von nur fünf Minuten stellten die Hausherren mit einem 5:0-Lauf auf 19:12. Besonders Michael Günther hatte großen Anteil am nun deutlich schnelleren Umschaltspiel der TuS. Er steuerte in dieser Phase zwei Treffer bei und war am Ende mit sieben Toren bester Torschütze der Radiser. Auch Willem Täuber, der in der ersten Hälfte noch etwas Wurfpech hatte, sowie Johannes Nitsche überzeugten und steuerten jeweils sechs Treffer bei.
Die TuS war nun wie im Rausch, während beim SVL zunehmend die Köpfe nach unten gingen. Doch anstatt die Führung weiter auszubauen, schaltete Radis einen Gang zurück und versuchte, den Vorsprung zu verwalten.
Über die Stationen 20:13, 22:16 und 23:17 hielten die Gastgeber den SVL zunächst auf Abstand. Dann folgte jedoch ein Bruch im Spiel der Heidesieben. Langenweddingen nutzte die Schwächephase und verkürzte mit einem eigenen 3:0-Lauf in der 47. Minute auf 23:20. Plötzlich war die Partie wieder offen und die Gäste schienen die berühmte zweite Luft zu bekommen.
Dramatische Schlussphase mit Happy End
Zwar konnte Radis beim 25:20 in der 48. Minute und beim 28:24 in der 55. Minute zunächst noch einen kleinen Vorsprung behaupten, doch die letzten fünf Minuten sollten es noch einmal in sich haben.
Statt weiterhin souverän aufzuspielen, erlaubte sich die TuS eine kurze Phase der Nachlässigkeit. Ungenaue Zuspiele, überhastete Abschlüsse und technische Fehler luden den SVL zu schnellen Gegenstößen ein. Es kam, wie es kommen musste: Binnen drei Minuten glichen die Gäste mit einem 4:0-Lauf zum 28:28 aus.
In den verbleibenden Minuten entwickelte sich ein echter Krimi. In der 58. Minute hätte Langenweddingen sogar die Führung übernehmen können, doch das Lattenkreuz verhinderte den Rückstand für die Heidesieben. Glück im Unglück!
Radis fing sich rechtzeitig wieder und Philipp Schumann erzielte die erneute 29:28-Führung. Die Gäste fanden darauf keine Antwort mehr, während Johannes Nitsche und Tim Düresch mit ihren Treffern die Schlussakkorde setzten. Am Ende stand ein 31:28-Heimerfolg, der unnötig spannend wurde, für die Heidesieben aber umso wichtiger war.
Erster Sieg – und erneut noch Luft nach oben
Für unsere Heidesieben ist der erste Saisonsieg ein kleiner Befreiungsschlag und bringt zwei wichtige Punkte. Dennoch hat die Partie erneut gezeigt, dass es noch nicht gelingt, über die vollen 60 Minuten konsequent aufzutreten. Ein komfortabler Vorsprung wurde zu leichtfertig aus der Hand gegeben, sodass man am Ende sogar noch um den doppelten Punktgewinn zittern musste.
Umso wichtiger ist es, dass die Mannschaft in der entscheidenden Phase die Nerven behielt und sich den ersten Saisonsieg sichern konnte. Auf dieser Leistung lässt sich aufbauen – gleichzeitig gilt es, die Nachlässigkeiten abzustellen und künftig über die gesamte Spielzeit konzentriert zu bleiben.
Ein großes Dankeschön geht erneut an unsere fantastischen Fans für die lautstarke Unterstützung in der Lindenhölle! 🔵⚪
Für Radis spielten: Pannier, Faust (Tor) – Düresch (2), Täuber (6), Günther (7), Johannes (2), Engel, Hanke (4), Schumann (1), Lechelt (2), Apfelbaum (1), Kummer, Nitsche (6).



