Zwei Halbzeiten wie Licht und Schatten – Heidesieben beendet Heimserie der Coswiger
Eine Halbzeit wie im Rausch und eine zweite, in der man gerade noch Schlimmeres verhindern konnte: Am vergangenen Samstag erlebte unsere Heidesieben beim SV Blau-Rot Coswig einen Nachmittag mit zwei völlig unterschiedlichen Gesichtern. Die bis dahin ligaübergreifend ungeschlagenen Gastgeber mussten sich erstmals geschlagen geben. Unsere Radiser entführten mit einem 23:22-Auswärtssieg zwei wichtige Punkte aus dem Coswiger Stadthallentempel und feierten gleichzeitig den dritten Sieg in Folge.
Traumstart legt den Grundstein
Dabei begann die Partie für die Radiser, die auf eine volle Bank zurückgreifen konnten, überaus vielversprechend. Man setzte quasi dort an, wo man gegen Wolfen aufgehört hatte. Bereits der erste Angriff der Hausherren wurde von der Radiser Defensive mit Alexander Faust im Tor gestoppt. Nach einem Ballgewinn eröffnete Michael Günther vom Siebenmeterstrich zum 0:1, ehe Johannes Nitsche auf 0:2 erhöhte. Im Gegenzug scheiterte Lukas Seydler ebenfalls vom Siebenmeterstrich, während die Gäste durch weitere Treffer von Täuber und abermals Nitsche auf 0:4 davonzogen.
Ohnehin sollten die Radiser Torhüter an diesem Samstag, passend zu Halloween, zu echten Siebenmeterschrecks mutieren. Zusammen entschärften sie fünf der sechs gegebenen Strafwürfe. Zwar fanden die Hausherren anschließend besser in die Partie und verkürzten über die Stationen 2:6, 4:7 und 6:8 in der 19. Minute auf 8:9, doch davon ließ sich die TuS nicht beeindrucken.
Stattdessen fand die Heidesieben die passende Antwort. Drei Treffer in Folge von Johannes Nitsche, der am Ende mit sechs Treffern bei sechs Versuchen glänzte, eine weitere Siebenmeterparade von Faust sowie Tore von Johannes und Täuber sorgten für einen 5:0-Lauf und die erneute komfortable Führung zum 8:14. Bis zur Pause legten beide Mannschaften jeweils noch zwei Treffer nach. Mit einem verdienten 10:16 aus Sicht der Radiser ging es in die Kabinen.
Überzeugende erste Halbzeit
Der erste Durchgang lässt sich eigentlich schnell zusammenfassen: Radis knüpfte nahtlos an die Leistung gegen Wolfen an. In der Defensive stand man sattelfest, Keeper Faust erwischte einen starken Tag und im Angriff agierte die Mannschaft abgeklärt vor dem Tor. Fehlwürfe waren Mangelware, die Chancenverwertung stimmte und die Gastgeber fanden kaum Mittel gegen den Radiser Auftritt.
Mit sechs Toren Vorsprung hatte sich die TuS eine hervorragende Ausgangslage für die zweite Hälfte geschaffen. Doch was sich nach dem Seitenwechsel abspielen sollte, war das genaue Gegenteil des überzeugenden ersten Durchgangs.

Coswig kämpft sich zurück
Den besseren Start in die zweite Halbzeit erwischten die Hausherren. Coswig wechselte im Tor und brachte mit Erik Wolter einen neuen Rückhalt, der sich schnell hervorragend in die Partie einfügte. Dennoch konnte der SV zunächst kein größeres Kapital daraus schlagen und verkürzte bis zur 35. Minute lediglich auf 12:16.
Radis haderte zunehmend mit den eigenen Chancen. Erst in der 36. Minute gelang Lucas Hanke der erste Treffer des zweiten Durchgangs. Gleichzeitig sollte es seine letzte Aktion an diesem Nachmittag sein, denn im Gegenzug sah die Radiser Nummer 15 nach einem Foulspiel die Rote Karte.
Doch auch dieser Verlust brachte zunächst keinen Bruch ins Radiser Spiel. Mit drei Treffern in Folge stellte Michael Günther in der 40. Minute den alten Abstand zum 14:20 wieder her. Die Vorentscheidung war damit allerdings noch nicht gefallen. Radis schaltete zunehmend in den Verwaltungsmodus und versuchte, die Führung über die Zeit zu bringen. In der 49. Minute betrug der Vorsprung beim Stand von 16:21 weiterhin fünf Tore.
Krimi in der Schlussphase - Täuber macht den Deckel drauf
Doch in der Schlussphase bekamen die Coswiger die berühmte zweite Luft. Die Blau-Roten wirkten plötzlich wie ausgewechselt, standen defensiv deutlich stabiler und stellten die zunehmend ideenlos agierenden Radiser vor größere Probleme. Tor um Tor kämpften sich die Hausherren zurück in die Partie und verkürzten über die Stationen 18:21, 19:22 und schließlich 20:22.
In der 56. Minute bot sich Coswig beim Stand von 20:22 vom Siebenmeterstrich die große Chance, weiter heranzukommen. Doch Erik Pannier, der ab der 50. Minute für Faust zwischen den Pfosten stand, behielt die Nerven und entschärfte den Strafwurf. Eine enorm wichtige Parade in einer entscheidenden Phase!
Die letzten vier Minuten waren geprägt von ausgelassenen Chancen auf beiden Seiten. Es entwickelte sich ein echter Krimi, und als Lukas Seydler 40 Sekunden vor dem Ende auf 21:22 verkürzte, geriet der sicher geglaubte Doppelpunktgewinn noch einmal ins Wanken.
Coach Christian Telehuz beruhigte die Gemüter mit seiner letzten Auszeit 30 Sekunden vor dem Ende und besprach den letzten Angriff. Coswig agierte mit einer offenen Manndeckung, doch 20 Sekunden vor Schluss übernahm Willem Täuber Verantwortung und netzte zum viel umjubelten 21:23 ein. Die Entscheidung war gefallen, auch wenn der letzte Treffer noch einmal den Hausherren gehörte.
Dritter Sieg in Folge - mit einem blauen Auge davongekommen
Am Ende schrammte die TuS nur knapp an einem Punktverlust vorbei. Die Coswiger zeigten gerade in der Schlussphase noch einmal Moral und kämpften sich eindrucksvoll zurück in die Partie. Doch die Wende blieb aus und unsere Heidesieben durfte einen wichtigen Auswärtssieg feiern.
Zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten, ein spannendes Finish und am Ende zwei wichtige Punkte auf dem Konto. Die Radiser beenden damit die ligaübergreifende Heimserie der Coswiger und feiern ihren dritten Sieg in Folge. Auf der starken ersten Halbzeit lässt sich aufbauen – die zweite Hälfte dürfte dagegen noch einmal Anlass zur Aufarbeitung geben.
Für Radis spielten: Frenzel, Pannier, Faust (Tor) – Lechelt, Kummer, Düresch, Günther (7), Eichapfel, Täuber (5), Nitsche (6), Engel, Apfelbaum (2), Johannes (1), Hanke (2), Schumann, Kuczewski.



