Heidesieben beweist Comebackqualitäten
- vor 50 Minuten
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Punkteteilung nach packender Schlussphase im Harz
Zwei Halbzeiten wie Licht und Schatten zeigte unsere Heidesieben am Samstag beim Auswärtsspiel beim HV Wernigerode. Während der erste Durchgang lange ein Debakel befürchten ließ, kämpfte sich die TuS im zweiten Abschnitt eindrucksvoll zurück und stand am Ende sogar kurz vor dem Auswärtssieg. Das 30:30-Unentschieden geht unter dem Strich in Ordnung, fühlt sich nach diesem Spielverlauf aber fast wie ein gewonnener Punkt an.
Erste Halbzeit zum Vergessen
Viel vorgenommen hatte man sich für das Duell Achter gegen Sechsten – doch auf der Platte war davon zunächst wenig zu sehen. Beide Teams starteten zerfahren, nach sechs Minuten stand es 1:1.
In der Folge kam jedoch der HV Wernigerode ins Rollen, während Radis überhaupt nicht im Spiel ankam. Defensiv agierte man zu passiv, ließ die Gastgeber aus dem Rückraum ungestört kombinieren und fand offensiv kaum Lösungen gegen die offensive Abwehrvariante des HVW.
Das Resultat: ein ernüchterndes 9:2 nach einer Viertelstunde. Trainer Christian Telehuz reagierte früh mit einer Auszeit und brachte Erik Pannier für den glücklosen Alexander Faust ins Tor. Doch zunächst änderte sich wenig. Wernigerode spielte befreit auf, Radis blieb ideenlos.
Über 12:6 (19.), 17:10 (25.) und 18:11 (27.) blieb der Rückstand bei sieben Treffern. Erst in den letzten Minuten vor der Pause zeigte die TuS eine Reaktion. Mit einem 3:1-Lauf verkürzte man auf 19:15, ein kleiner Funke Hoffnung vor dem Gang in die Kabine.

Der Funke wird zum Feuer
Was in der ersten Halbzeit fehlte, zeigte die Heidesieben nach dem Seitenwechsel: Kampfgeist, Emotion und Struktur. Zunächst blieb der Abstand jedoch bestehen. Wernigerode legte vor, Radis zog nach – der Rückstand pendelte zwischen fünf und sechs Toren (21:15, 22:16, 23:17).
Doch Aufgeben war keine Option.
Angeführt von Sebastian Engel, der nun mehr Verantwortung übernahm und klug Regie führte, sowie einem immer stärker werdenden Erik Pannier im Tor, startete Radis die Aufholjagd. Ein 4:0-Lauf brachte die TuS in der 43. Minute auf 23:21 heran, plötzlich war die Partie wieder offen.
Die Gastgeber wurden spürbar nervöser. Zwar konnten sie noch einmal auf 26:22 (47.) erhöhen, doch der Widerstand der Heidesieben war nun endgültig gebrochen, im positiven Sinne.
Dramatische Schlussphase mit offenem Visier
Radis belohnte sich für den unermüdlichen Kampf. Lukas Knape-Schmidt stellte in der 56. Minute auf 28:28. Die Schlussminuten wurden zu einem offenen Schlagabtausch. Wernigerode legte vor, Radis antwortete.
90 Sekunden vor dem Ende verwandelte Oliver Lindner vom Siebenmeterpunkt eiskalt zum 30:30. Doch damit war die Dramatik noch nicht vorbei.
Erik Pannier entschärfte 20 Sekunden vor Schluss einen völlig freien Wurf – Auszeit Radis. Der letzte Angriff wurde einstudiert. Der Ball landete bei Tim Kummer, der fünf Sekunden vor dem Ende am Torhüter der Gastgeber scheiterte. Im direkten Gegenzug kam auch Wernigerode noch einmal frei zum Abschluss, doch erneut war Pannier zur Stelle. Abpfiff. Punkteteilung.
Fazit
Nach einer ersten Halbzeit zum Vergessen zeigte unsere Heidesieben große Moral und eindrucksvolle Comebackqualitäten. Der Punkt im Harz ist am Ende verdient – auch wenn nach dieser Aufholjagd sogar mehr möglich gewesen wäre.
Die zweite Halbzeit macht Mut, die erste sollte Warnung genug sein.
Für Radis spielten: Pannier, Faust (Tor) – Düresch (2), Johannes (2), Engel (3), Hanke (3), Hammerlik (2), Lindner (4), Knape-Schmidt (6), Krickemeier, Kummer (5), Nitsche (3)



